Bikepacking Salzkammergut kann alles sein: mal läuft alles wie geplant, mal geht fast alles schief – und genau das macht den Reiz aus. Diesen Sommer habe ich gleich zwei völlig unterschiedliche Touren im Salzkammergut gemacht (aber noch nicht die letzten – da kommen noch mehr 😉 ): die 5-Seen-Runde von Mondsee bis Bad Ischl und eine Mehrtagestour hinauf auf die Postalm.
Zwei Abenteuer, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die mir am Ende eine zentrale Frage gestellt haben: Was braucht es beim Bikepacking wirklich – und was ist purer Ballast?
Zwei Touren, zwei Geschichten
Die 5-Seen-Runde war pure Freiheit. Einmal quer durchs Salzkammergut, mit all seinen Kontrasten: türkisblaues Wasser am Mondsee, steile Anstiege zur Eisenauer Alm, einsame Biwakplätze mit Blick auf die Langbathseen und schließlich das Ankommen in der Kaiserstadt Bad Ischl.
Mein Fokus: so minimalistisch wie möglich unterwegs sein – alles, was ich brauche, passt in Rahmentasche, Satteltasche und Rucksack*.
Die Postalm-Tour dagegen war das genaue Gegenteil. Schon der Start über den Wolfgangsee versprach eigentlich ein gemütliches Bike & Hike-Abenteuer. Doch schnell zeigte sich: Nicht jede Ausrüstung hält, was sie verspricht.
Ein unbrauchbarer Trinkrucksack, ein gebrochener Gepäckträger – und dazu zwei vermeintliche Luxusartikel, die ich extra mitgeschleppt hatte: ultraleichter Campingstuhl und faltbarer Campingtisch. Luxus oder unnötiger Ballast?
Genau das galt es herauszufinden.
Die 5-Seen-Runde – Freiheit zwischen Wasser und Bergen
Die Route führte mich von Mondsee über den Seeweg hinauf zur Eisenauer Alm. Schon der erste Anstieg hatte es in sich – Schieben statt Fahren, Schweiß statt Flow. Doch genau das gehört dazu: Bikepacking ist kein Rennen, sondern ein Abenteuer. Am Attersee wartete die Belohnung: glasklares Wasser*, türkis wie in der Karibik.
Weiter ging es zum kleinen, fast versteckten Taferlklaussee, wo absolute Stille herrschte – nur mein Bike, ein paar Vögel und ich. Der Weg hinauf zu meinem Biwakplatz war steil, doch die Mühe lohnte sich. Hoch über den Langbathseen baute ich mein minimalistisches Setup auf: Zenbivy Schlafsystem*, Isomatte, Quilt. Mehr braucht es für eine Nacht draußen nicht.
Der Abend war magisch: Sonnenuntergang über den Bergen, der See tief unter mir, Sterne am Himmel. Minimalismus in Reinform – und trotzdem maximaler Komfort.
Am nächsten Morgen: Kaffee und Frühstück direkt am Ufer des hinteren Langbathsees, später ein Sprung ins Wasser, bevor es weiterging Richtung Traunsee. Dort warteten Segelboote, die Riverwave in Ebensee und schließlich das Ziel in Bad Ischl.
Diese Runde war für mich das perfekte Beispiel, dass weniger manchmal mehr ist. Ohne unnötigen Ballast fährt es sich leichter, jeder Anstieg wird machbarer – und man spürt die Freiheit viel intensiver.

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Die Postalm – Luxus oder Ballast?
Bikepacking Salzkammergut ohne Postalm? Nö – also ging es ein paar Wochen später von St. Gilgen am Wolfgangsee hinauf zur Postalm. Eigentlich eine meiner Lieblingsrouten – weitläufig, abwechslungsreich, mit perfektem Blick auf die Osterhorngruppe. Doch diesmal lief nicht alles nach Plan.
Schon nach wenigen Kilometern stellte sich mein Trinkrucksack als absolut unbrauchbar heraus – unbequem, unpraktisch, und im Vergleich zur simplen Flaschenlösung am Bike einfach nur ärgerlich. Als wäre das nicht genug, verabschiedete sich auch noch mein Gepäckträger mitten auf dem Trail.

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Und dann waren da noch meine beiden „Luxusartikel“: ein ultraleichter Campingstuhl und ein faltbarer Campingtisch* von Snowline. Klar, sie bringen zusätzliches Gewicht – aber nach dem Chaos mit dem Setup war ich dankbar, abends nicht am Boden sitzen zu müssen. Hier zeigte sich: Luxus kann auch Motivation sein.
Das Schlafsystem – wieder das bewährte Zenbivy – rettete mir den Rest der Tour. Trotz aller Pannen habe ich geschlafen wie ein Stein.
Bikepacking-Ausrüstung: Was hat sich bewährt?
Nach beiden Touren war für mich klar: Bikepacking ist ein Balanceakt zwischen Minimalismus und Komfort.
- Must-haves:
- Zenbivy Schlafsystem* – modular, komfortabel, zuverlässig.
- Rahmentasche & Satteltasche – für alles, was unbedingt mit muss.
- Einfache Flaschenlösung – leichter und praktischer als Trinkrucksack.
- Nice-to-haves:
- Campingstuhl & Tisch – nicht immer nötig, aber auf längeren Touren echter Luxus.
- Powerbank & Solarpanel – je nach Tourlänge, aber besser zu viel Strom als zu wenig.
- No-gos:
- Billig-Gepäckträger – brechen garantiert im falschen Moment.
- Unpraktische Rucksäcke – belasten mehr als sie helfen.
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Mein Fazit zu Bikepacking im Salzkammergut
Bikepacking ist kein Dogma. Es geht nicht darum, mit möglichst wenig Gewicht Rekorde zu brechen – und auch nicht darum, das halbe Wohnzimmer mitzuschleppen. Für mich ist es die Mischung: Minimalistisch genug, um frei zu sein – komfortabel genug, um die Tour zu genießen.
Die 5-Seen-Runde hat mir gezeigt, wie befreiend Minimalismus sein kann. Die Postalm-Tour hat mich daran erinnert, dass ein bisschen Luxus die Stimmung retten kann, wenn sonst nichts klappt.
Am Ende zählt nur eins: draußen sein, unterwegs sein, Freiheit spüren. Ob mit Stuhl und Tisch oder ohne – die Berge nehmen dich so, wie du bist.
FAQ zum Bikepacking Salzkammergut
❓ Was ist Bikepacking eigentlich?
Bikepacking ist die Kombination aus Radfahren und minimalistischem Campen. Im Gegensatz zum klassischen Radreisen mit Packtaschen setzt Bikepacking auf leichte Rahmentaschen, Satteltaschen* und ein Setup, das auch auf Trails funktioniert.
❓ Wie schwer darf das Gepäck beim Bikepacking sein?
Das hängt stark von deiner Tour ab. Als Faustregel gilt: Je weniger Gewicht, desto angenehmer wird jeder Anstieg. Ich selbst versuche, mit unter 10 kg Ausrüstung (ohne Wasser und Essen) unterwegs zu sein.
❓ Ist Biwakieren in Österreich erlaubt?
Grundsätzlich ist freies Campen in Österreich stark reglementiert. Ein Biwak (eine Nacht, ohne Zelt, nur Schlafsack oder Tarp) wird in den meisten Regionen toleriert, solange man sich respektvoll verhält, keinen Müll hinterlässt und keine Naturschutzgebiete betritt. Vorab immer informieren!
❓ Brauche ich ein spezielles Bike für Bikepacking?
Nicht unbedingt. Ich selbst fahre aktuell ein Mountainbike*. Gravelbikes* sind für längere Schotterstrecken angenehmer, MTBs dafür im Gelände flexibler. Wichtig ist vor allem ein stabiles Bike mit genügend Befestigungsmöglichkeiten für Taschen.
❓ Welche Ausrüstung ist für Einsteiger sinnvoll?
Unverzichtbar sind: Schlafsystem (Isomatte + Quilt/Schlafsack), Rahmentasche*, Satteltasche* und eine gute Powerbank. Luxusartikel wie Campingstuhl oder Tisch sind Geschmackssache – ich selbst nutze sie je nach Tour.
Also dann: Bleibt’s auf’m Weg
Christian
(und immer im Herzen dabei: Ronja)



