Servus und Hallo aus dem Salzkammergut (oder besser: von der Ciclovia Alpe Adria) zu Infos über meine Bikepacking Gepäckträger und Taschen 🚴♂️
Wenn man sich im Internet nach Bikepacking-Setups umsieht, sieht man oft riesige Satteltaschen*, große Rahmentaschen* und jede Menge Ausrüstung am Fahrrad. Genau so bin ich ursprünglich auch an das Thema herangegangen.
Nach einigen Touren und besonders nach meiner viertägigen Bikepacking-Tour auf der Ciclovia Alpe Adria hat sich meine Sichtweise allerdings deutlich verändert.
Heute versuche ich nicht mehr, möglichst viel Ausrüstung mitzunehmen. Mein Ziel ist genau das Gegenteil: so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.
Dabei spielt nicht nur das Gewicht eine Rolle. Viel wichtiger ist für mich die Frage:
Wie schnell komme ich an meine Ausrüstung? Wie flexibel ist mein System? Und funktioniert es auch dann noch, wenn etwas schiefgeht?

Meine Tipps bzw. meine Erfahrung: Die meisten Gedanken dazu sind übrigens nicht zuhause am Schreibtisch entstanden, sondern unterwegs. Auf meiner viertägigen Tour über die Ciclovia Alpe Adria hatte ich zwei Reifenpannen, einen Kabelbruch, Regen, lange Anstiege und einige spontane Campspots. Genau dort merkt man schnell, welche Ausrüstung wirklich sinnvoll ist und welche nur mitfährt. 😅
Genau deshalb besteht mein aktuelles Bikepacking Setup aus mehreren kleinen, klar aufgeteilten Bereichen statt aus wenigen großen Taschen.
Dieser Beitrag ist Teil meiner Bikepacking-Serie. Die Grundlagen meines gesamten Systems findest du hier: Bikepacking Setup: Mein minimalistisches System am Berg.
Mein Grundprinzip beim Bikepacking
Mein gesamtes System folgt einer einfachen Regel:
Alles, was am Fahrrad befestigt ist, muss im Notfall in meinen Rucksack passen.
Das hat direkt mit meiner persönlichen Bike-&-Hike-Philosophie zu tun.
Ich fahre mit dem Bike so weit wie möglich bergauf, stelle es sicher ab und gehe anschließend zu Fuß weiter. Deshalb darf meine Ausrüstung nie ausschließlich auf das Fahrrad angewiesen sein.
Gleichzeitig sorgt dieses Prinzip dafür, dass ich automatisch auf jedes unnötige Teil verzichte.
Jeder Gegenstand muss einen Zweck erfüllen. Noch besser ist es, wenn er mehrere Aufgaben übernehmen kann.
Warum ich Drybags statt klassischer Bikepacking-Taschen nutze
Viele Bikepacking-Systeme setzen auf große Spezialtaschen.
Ich habe mich bewusst für Drybags entschieden.
Der Vorteil liegt für mich auf der Hand:
- wasserdicht
- leicht
- günstig
- flexibel austauschbar
- vielseitig verwendbar
Wenn ich einen Drybag beschädige, ersetze ich nur diesen einen Beutel und nicht gleich eine komplette Spezialtasche.
Außerdem kann ich die Größe je nach Tour anpassen.
Für kurze Touren reicht oft weniger Volumen. Für längere Touren verwende ich größere Drybags oder ergänze zusätzliche Taschen.
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Das Herzstück: Aeroe Gepäckträger hinten
Nach mehreren Versuchen mit klassischen Gepäckträgern bin ich schließlich beim Aeroe*-System gelandet.
Der Grund ist einfach:
Es hält.
Ich habe zuvor Gepäckträger getestet, die auf schlechten Wegen oder bei stärkerer Belastung irgendwann nachgegeben haben. Schlaglöcher, Schotter und längere Touren sind eine andere Belastung als die tägliche Fahrt zur Arbeit.
Das Aeroe*-System sitzt dagegen extrem stabil am Bike.
Besonders gefällt mir die Modularität.
Ich kann die Halterungen unterschiedlich positionieren und je nach Tour verändern. Dadurch bleibt das System flexibel und wächst mit den Anforderungen der Tour.
Bereich 1: Küche und Verpflegung
Auf einer Seite des hinteren Gepäckträgers befindet sich meine Küche.
Früher war dieser Bereich deutlich größer.
Nach meiner Alpe-Adria-Tour hat sich das allerdings verändert.
Mittlerweile weiß ich, dass ich unterwegs viel weniger Kochgeschirr brauche als ursprünglich gedacht.
Für zukünftige Touren bleibt deshalb hauptsächlich mein X-Boil-System mit Spirituskocher übrig.
Dazu kommen:
- Kaffee
- Kaffeefilter
- Tasse
- Besteck
- Spiritus
- kleine Lebensmittelvorräte
Der restliche Platz dient als Stauraum für den täglichen Einkauf.
Mein System funktioniert dabei bewusst anders als viele klassische Bikepacking-Setups.
Ich transportiere keine Lebensmittel für mehrere Tage.
Stattdessen kaufe ich am Abend direkt vor dem Campspot ein und habe dadurch tagsüber deutlich weniger Gewicht am Fahrrad.
Bereich 2: Technik und Energie
Auf der anderen Seite befindet sich die Technik.
Dort sind untergebracht:
- Powerbanks
- Ladegeräte
- Ladekabel
- DJI Controller
- Kamerazubehör
- Selfie-Stick
- Stativ
- Erste-Hilfe-Set
Gerade auf der Alpe-Adria-Tour habe ich gelernt, dass Strom oft wichtiger wird als Essen.
Kamera, Smartphone, Navigation* und Dokumentation benötigen Energie.
Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass ich deutlich weniger Akkukapazität brauche als gedacht.
Die große 30.000-mAh-Powerbank* wird künftig zuhause bleiben.
Dafür kommen schnell ladende Powerbanks und ein leistungsfähiges Ladegerät ins System.
Eine weitere wichtige Erkenntnis: Ab sofort sind immer zwei Ladekabel dabei.

Meine Tipps bzw. meine Erfahrung: Das klingt banal. Ist es aber nicht. Auf der Alpe Adria wurde nicht die Powerbank* zum Problem, nicht das Smartphone und auch nicht die Kamera. Es war schlicht das Ladekabel. Genau dieses eine Teil, das ich nur einmal eingepackt hatte. Seitdem gehört ein Reservekabel zur Standardausrüstung.
Ein defektes Kabel kann eine ganze Tour gefährden.
Interessanterweise war auf der Alpe-Adria-Tour nicht das Gewicht der Technik das größte Thema. Viel wichtiger war die Frage, wie schnell sich Akkus und Powerbanks wieder aufladen lassen. Für zukünftige Touren setze ich deshalb stärker auf Schnellladetechnik statt auf möglichst große Energiereserven.
Die Garage unter dem Sattel
Meine Satteltasche nenne ich gerne die Garage.
Dort befindet sich alles, was im Idealfall nie gebraucht wird.
Dazu gehören:
- Werkzeug
- Ersatzschlauch*
- Flickzeug*
- elektrische Minipumpe*
- Fahrradbeleuchtung*
- Schloss
Besonders interessant war für mich die Erfahrung nach zwei Reifenpannen auf der Alpe Adria.
Das Reparatur-Setup hat sich vollständig bewährt.
Genau deshalb bleibt der Inhalt unverändert.
Lediglich die Satteltasche selbst wird vermutlich gegen ein stabileres Modell getauscht.
Die kleine Rahmentasche
Die Rahmentasche dient als Schnellzugriff.
Dort landen Dinge, die ich während der Fahrt regelmäßig brauche:
- Müsliriegel
- Nüsse
- Bananen
- Sonnencreme
- Windjacke
Der Vorteil:
Ich muss für diese Dinge nicht anhalten oder größere Taschen öffnen.
Der Wohnbereich am Lenker
Vorne am Fahrrad befindet sich mein Wohnbereich.
Hier transportiere ich:
- Wechselkleidung
- Hygieneartikel
- Regenbekleidung
- Handtuch
- Schlafbekleidung
Besonders wichtig ist mir dabei die klare Trennung zwischen Wohnen und Technik.
Dadurch finde ich unterwegs alles sofort wieder.
Die Gabeltaschen für Schlafen und Camp
An der Gabel befinden sich zwei weitere Drybags.
Der erste enthält mein Schlafsystem*:
- Zenbivy Quilt*
- Isomatte
- Sheet
- Kissen
Der zweite enthält mein Camp-System:
- Zelt
- Heringe
- Reparaturmaterial
- Stirnlampe*
- Regencape
Damit sind Schlafen und Wohnen komplett voneinander getrennt.
Das erleichtert den Aufbau am Abend enorm.
Mein wichtigster Grundsatz: Multifunktion schlägt Speziallösung
Eine Erkenntnis zieht sich durch mein gesamtes Bikepacking-System.
Ich liebe Ausrüstung, die mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllt.
Einige Beispiele:
- Wanderstöcke dienen gleichzeitig als Zeltgestänge.
- Die Lenkertasche funktioniert notfalls als Sitzkissen.
- Der Spiegel hilft nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch beim Rasieren.
- Drybags lassen sich flexibel für unterschiedliche Aufgaben nutzen.
Jedes Teil, das mehrere Aufgaben erfüllt, spart Gewicht und Platz.
Fazit: Weniger Ausrüstung, mehr Praxis
Nach vier Tagen auf der Ciclovia Alpe Adria hat sich mein Bikepacking-System deutlich verändert.
Interessanterweise nicht durch neue Ausrüstung.

Meine Tipps bzw. meine Erfahrung: Die wichtigste Erkenntnis war vielleicht sogar, dass die beste Optimierung nicht immer durch neue Ausrüstung entsteht. Viele Veränderungen kosten keinen Cent. Sie entstehen erst, wenn man mehrere Tage unterwegs ist, Fehler macht, improvisieren muss und am Abend ehrlich bewertet, was man tatsächlich verwendet hat – und was nicht.
Sondern durch Erfahrung.
Der große Kocher fliegt raus.
Die große Powerbank* fliegt raus.
Der Campingstuhl* fliegt raus.
Geblieben ist ein System, das einfacher, leichter und flexibler geworden ist.
Genau das ist für mich Bikepacking:
Nicht möglichst viel Ausrüstung mitzunehmen.
Sondern genau die Ausrüstung, die unterwegs wirklich gebraucht wird.
Im nächsten Teil der Serie geht es um die Verpflegung auf meiner Alpe-Adria-Tour – inklusive der Frage, wie ich vier Tage unter 100 Euro unterwegs war.
Also dann: Bleibt’s auf’m Weg
Christian
(und immer im Herzen dabei: Ronja 🌈 28.04.2025 💕)
FAQ zu Bikepacking Gepäckträger & Taschen
Nein. Viele Bikepacking-Setups nutzen spezielle Sattel-, Rahmen- oder Lenkertaschen*. Ich setze dagegen bewusst auf Drybags und modulare Halterungen. Das ist flexibel, wasserdicht und oft deutlich günstiger.
Das hängt von der Tour ab. Für mein Bike-&-Hike-System bevorzuge ich Gepäckträger mit Drybags. Dadurch kann ich Ausrüstung schnell umpacken, einzelne Taschen austauschen und das Setup flexibel anpassen.
So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Nach meiner Tour auf der Ciclovia Alpe Adria habe ich festgestellt, dass einige Ausrüstungsgegenstände zuhause bleiben können, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Mehrere Drybags sorgen für Ordnung. Schlafsystem*, Camp, Küche und Technik haben jeweils ihren festen Platz. Dadurch finde ich unterwegs alles schneller und muss nicht jedes Mal die komplette Ausrüstung durchsuchen.
Ja. Hochwertige Drybags (meine sind von Rockbros* bzw. Zenbivy) schützen die Ausrüstung auch bei längeren Regenfahrten zuverlässig. Wichtig ist, die Taschen korrekt zu verschließen und regelmäßig auf Beschädigungen zu kontrollieren.
Dadurch wird der Aufbau am Abend einfacher. Das Zelt kann zuerst aufgebaut werden, während das Schlafsystem* trocken und sauber verpackt bleibt.
Ein modulares System lässt sich leichter an unterschiedliche Touren anpassen. Für kurze Touren kann ich einzelne Taschen zuhause lassen, für längere Touren zusätzliche Drybags ergänzen.
Nicht jedes Ausrüstungsteil, das zuhause sinnvoll erscheint, wird unterwegs tatsächlich genutzt. Die beste Gewichtsersparnis entsteht oft nicht durch neue Ausrüstung, sondern durch praktische Erfahrungen auf Tour.
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