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Bikepacking Touren: Muss es immer die bekannteste Route sein?

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  • Beitrags-Kategorie:Bikebacking
  • Lesedauer:6 Min. Lesedauer

Servus und Hallo aus dem Salzkammergut zum interessanten Thema Bikepacking Touren!

Wenn man sich heute auf Social Media umsieht, könnte man fast glauben, dass es nur eine Handvoll Bikepacking-Touren gibt. Gefühlt fährt gerade jeder dieselben Strecken, macht dieselben Fotos und steht am Abend auf denselben Campingplätzen*.

Versteh mich nicht falsch: Daran ist überhaupt nichts Schlechtes.

Ich habe selbst vor Kurzem die Ciclovia Alpe Adria bis ans Meer gefahren und kann absolut nachvollziehen, warum diese Route so beliebt ist. Traumhafte Landschaften, eine tolle Infrastruktur und das Meer als Ziel – das hat definitiv seinen Reiz. Gleichzeitig bin ich nur wenige Wochen später eine völlig andere Tour gefahren: einmal rund ums Tote Gebirge.

Und genau diese beiden Touren haben mir eine Frage gestellt, über die ich vorher nie wirklich nachgedacht hatte:

Muss es beim Bikepacking eigentlich immer die bekannteste Route sein?


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Bekannte Bikepacking-Touren sind nicht ohne Grund beliebt

Ich glaube, viele machen den Fehler, bekannte Touren schlechtzureden, sobald sie selbst etwas Ruhigeres gefunden haben.

Das halte ich für unfair.

Bekannte Bikepacking-Routen sind meist deshalb bekannt geworden, weil sie wirklich gut sind.

Die Alpe Adria bietet zum Beispiel:

  • hervorragende Beschilderung
  • wunderschöne Landschaften
  • viele Einkehrmöglichkeiten
  • gute Bahnanbindung
  • perfekte Infrastruktur
  • ein großartiges Ziel am Meer

Gerade für Einsteiger ist das ein riesiger Vorteil.

Man muss sich weniger Gedanken über Wasser, Verpflegung oder Übernachtungsmöglichkeiten machen und kann sich voll aufs Radfahren konzentrieren.

Deshalb würde ich niemandem von dieser Tour abraten.

Ganz im Gegenteil.


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Trotzdem habe ich gemerkt, dass ich etwas anderes suche

Während meiner Alpe-Adria-Tour ist mir immer wieder etwas aufgefallen.

Ich habe unglaublich viele andere Bikepacker getroffen.

Viele waren mit E-Bikes unterwegs.

Andere ließen ihr Gepäck transportieren.

Campingplätze waren gut besucht und unterwegs begegneten mir ständig Radfahrer.

Das ist völlig legitim.

Aber irgendwann habe ich gemerkt:

Mich zieht etwas anderes mehr an.

Nicht, weil ich alleine sein muss.

Sondern weil ich die Ruhe liebe.

Ich genieße diese Momente, wenn man stundenlang niemandem begegnet und einfach nur das Geräusch der Reifen auf dem Schotter hört.


Weniger Menschen bedeutet nicht automatisch mehr Abenteuer

Jetzt könnte man meinen:

„Weniger bekannte Route = automatisch besser.“

So einfach ist es natürlich nicht.

Auch eine einsame Strecke kann langweilig sein.

Und eine bekannte Route kann überwältigend schön sein.

Entscheidend ist aus meiner Sicht etwas anderes:

Wie fühlst du dich unterwegs?


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Zwei Touren – zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse

Nur kurze Zeit nach der Alpe Adria bin ich rund ums Tote Gebirge gefahren.

Und plötzlich war vieles anders.

Keine Menschenmengen.

Keine langen Reihen an Radfahrern.

Dafür:

  • einsame Schotterstraßen
  • glasklare Seen
  • spontane Badeplätze
  • versteckte Zeltplätze
  • lange Abschnitte völliger Ruhe

Teilweise war ich stundenlang alleine unterwegs.

Nicht, weil die Gegend weniger schön gewesen wäre.

Sondern weil sie einfach deutlich weniger bekannt ist.

Genau diese Ruhe hat bei mir etwas ausgelöst.

Nicht dieses Gefühl:

„Ich muss möglichst schnell weiter.“

Sondern:

„Eigentlich könnte ich genau hier einfach den ganzen Nachmittag sitzen bleiben.“

Und genau darum geht es für mich inzwischen beim Bikepacking.


Die schönste Route muss nicht die bekannteste sein

Ein interessanter Nebeneffekt:

Die Abschnitte, die mich auf der Alpe Adria am meisten begeistert haben, waren oft gar nicht die berühmtesten.

Manchmal waren es kleine Nebenwege.

Ein ruhiger Fluss.

Ein alter Bahndamm.

Oder einfach ein Abschnitt, über den kaum jemand spricht.

Das hat mir gezeigt:

Der größte Hype bedeutet nicht automatisch das größte Erlebnis.


Was suchst du eigentlich, wenn du aufs Bike steigst?

Vielleicht ist das sogar die wichtigere Frage als jede Routenempfehlung.

Möchtest du:

  • möglichst viele Highlights sehen?
  • möglichst schnell ans Meer kommen?
  • viele andere Bikepacker treffen?
  • perfekt ausgebaute Wege fahren?

Oder suchst du eher:

  • Stille
  • Natur
  • Freiheit
  • spontane Entscheidungen
  • das Gefühl, einfach unterwegs zu sein?

Keine dieser Antworten ist richtig oder falsch.

Sie führen nur zu unterschiedlichen Touren.


Meine Ausrüstung hat sich dabei ebenfalls verändert

Interessanterweise haben beide Touren nicht nur meine Sicht auf Bikepacking verändert, sondern auch mein Setup.

Ich habe gemerkt:

  • Ein zweites Ladekabel gehört inzwischen immer ins Gepäck.
  • Schnell ladende Powerbanks sind für meine Touren wichtiger als riesige Akkukapazitäten.
  • Weniger Gepäck bedeutet oft mehr Fahrspaß.
  • Und spätestens alle paar Tage ist ein einfacher Campingplatz* zum Laden der Akkus und Wäschewaschen Gold wert.

Wenn dich mein aktuelles System interessiert, findest du hier meinen ausführlichen Beitrag zum Bikepacking Setup, in dem ich mein komplettes Gepäcksystem erkläre.


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Hype oder Einsamkeit? Beides hat seinen Platz.

Die Alpe Adria war eine wunderschöne Tour.

Die Umrundung des Toten Gebirges ebenfalls.

Aber sie haben mir völlig unterschiedliche Dinge gegeben.

Die eine zeigte mir, wie angenehm eine hervorragend ausgebaute Bikepacking-Route sein kann.

Die andere erinnerte mich daran, warum ich überhaupt angefangen habe, mit dem Fahrrad mehrere Tage unterwegs zu sein.

Nicht wegen möglichst vieler Kilometer.

Nicht wegen spektakulärer Fotos.

Nicht einmal wegen des Ziels.

Sondern wegen dieser Momente, in denen man irgendwo an einem See sitzt, das Fahrrad im Gras liegt und man plötzlich merkt, dass es gerade keinen Ort gibt, an dem man lieber wäre.


Mein Fazit

Muss es immer die bekannteste Bikepacking-Tour sein?

Nein.

Aber genauso wenig muss man bekannte Routen meiden.

Für mich hat sich nach diesen beiden Touren nur eines verändert:

Ich schaue heute nicht mehr zuerst darauf, welche Route gerade gehypt wird.

Ich frage mich vielmehr:

Welche Tour passt gerade zu mir?

Manchmal wird die Antwort eine berühmte Route sein.

Manchmal ein kleiner Schotterweg, den kaum jemand kennt.

Und ganz ehrlich?

Oft entstehen genau dort die Erinnerungen, die einem am längsten im Kopf bleiben.


Also dann: Bleibt’s auf’m Weg
Christian
(und immer im Herzen dabei: Ronja 🌈 28.04.2025 💕)


Weiterführende Beiträge


FAQ zu Bikepacking-Touren

Sollte man als Einsteiger eine bekannte Bikepacking-Route wählen?

Nicht unbedingt – aber oft ist es sinnvoll. Bekannte Bikepacking-Routen bieten meist eine gute Infrastruktur, viele Übernachtungsmöglichkeiten und eine einfache Orientierung*. Wer möglichst stressfrei starten möchte, fährt damit oft gut. Mit etwas Erfahrung können aber auch weniger bekannte Touren ein unvergessliches Erlebnis sein.

Sind weniger bekannte Bikepacking-Touren schöner?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bekannte Touren beeindrucken oft durch ihre Highlights und gute Infrastruktur. Weniger bekannte Strecken bieten dagegen häufig mehr Ruhe, weniger Verkehr und das Gefühl, die Natur intensiver erleben zu können. Welche Tour besser ist, hängt von den eigenen Erwartungen ab.

Warum sind manche Bikepacking-Routen so beliebt?

Viele bekannte Bikepacking-Routen haben sich ihren guten Ruf verdient. Sie führen durch landschaftlich reizvolle Regionen, sind gut ausgeschildert und bieten unterwegs zahlreiche Möglichkeiten zum Einkaufen, Übernachten oder Einkehren. Dadurch eignen sie sich besonders gut für Einsteiger und Mehrtagestouren.

Wie finde ich weniger bekannte Bikepacking-Touren?

Oft lohnt sich ein Blick abseits der klassischen Empfehlungen. Regionale Rundtouren, Forststraßen oder wenig bekannte Radwege können genauso beeindruckend sein wie berühmte Bikepacking-Routen. Tourenplaner* wie Komoot helfen dabei, eigene Strecken zu entdecken und individuell anzupassen.

Was ist wichtiger – die Route oder das Erlebnis?

Für mich ist die Route nur ein Teil des Abenteuers. Viel wichtiger ist, wie sich eine Tour anfühlt. Ob bekannte Bikepacking-Route oder einsamer Schotterweg – entscheidend ist, dass die Tour zu den eigenen Erwartungen passt und man die Zeit draußen wirklich genießen kann.


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